Interkulturelle Woche 2020

Interkulturelle Woche | Zu Gast in der Mediothek: Theater Krefeld und Mönchengladbach | Foto: © M. Stutte
Foto: M. Stutte

Zu Gast in der Mediothek: Theater Krefeld und Mönchengladbach
Di 29.09. | 10 Uhr | ab 16 J.
„Dreck" mit Raafat Daboul

Ein Klassenzimmertheater mit anschließender Diskussion

Sad, so nennt er sich, verkauft Rosen. Jede Nacht bricht der junge Mann auf und läuft mit einem Strauß roter Rosen von Kneipe zu Kneipe. 50 Rosen, 58 Lokale, 12 Kilometer.
Sads Heimatstadt, so erzählt er, ist das irakische Basra, die er wegen des Kriegs verlassen hat. „Ich bin Deserteur. Ich wollte Deutsch lernen, nicht Krieg!" Und nun ist er zwar endlich dort, wo man seine geliebte deutsche Sprache spricht, aber er ist illegal hier, er ist ein Araber und niemand redet mit ihm.
Sad erzählt von seinem Leben als Fremder und macht sich dabei die Ablehnung, die ihm entgegenschlägt, auf groteske Art zu eigen. Er zieht sich die rassistischen Klischees und Stereotype an wie einen für ihn bestimmten Anzug. - Eine Unterwerfungsgeste?
Ein provokantes Spiel? Oder beißender Spott?

Monodrama von Robert Schneider
Es spielt: Raafat Daboul
Inszenierung: Steve Karier
Dramaturgie: Martin Vöhringer

Zum Autor: Robert Schneider wurde mit dem Roman Schlafes Bruder berühmt. Sein 1991 geschriebenes Monodrama Dreck wurde 1993 uraufgeführt und seitdem über 90 mal inszeniert. Hoyerswerda – Mölln 1992 – Rostock-Lichtenhagen 1992 – Solingen 1993, das waren die schlimmsten fremdenfeindlichen Pogrome und Terroranschläge im damaligen Deutschland. Ein bloß historisches Stück ist Schneiders Monolog immer noch nicht.

Zum Schauspieler: Am Theater Krefeld und Mönchengladbach spielt der junge Schauspieler Raafat Daboul das Monodrama von Robert Schneider. Der syrische Schauspieler wurde 1992 in Damaskus geboren, wo er auch auf die Schauspielschule ging. Seit 2015 lebt und arbeitet Raafat Daboul in Deutschland, u.a. am Schauspiel Dortmund.

 

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